Thursday, September 8, 2016

Mit Baby nach Bilbao!




Mit Baby zu verreisen ist immer ein kleiner Akt. Hierbei gilt: Je kleiner das Baby, desto kleiner der Akt, lach. Ich habe heute beim Rechner-Aufräumen meine Bilbao-Fotos gefunden und dachte mir, ach, da könnte man auch mal was zu posten. Schön war das da! Die Reise ist fast schon ein Jahr her. Aber ihr kennt das, man kommt zu nix und dann sieht man Bilder vom Bebé und wird ganz wehmütig. Es war schließlich Johnnys erste große Reise. Und guckt doch mal die Öhrchen ... </Hormone>































Da ich zum Zeitpunkt der Reise den damals 7-Monate alte Johnny auch noch vollgestillt habe, muss ich aufgrund schwerer Stilldemenz auf Instagram-Fotos (da waren wir!), Swarm-Daten (äh, wie hieß doch gleich die Pinchosbar?) oder gar Geotagging der Handyfotos zurückgreifen. Oder meine Schwester fragen. Ganz analog. Die war nämlich mit auf der Reise.

Zum Reisehintergrund: Den Bilbao-Trip habe ich beim Spanischen Tourismusamt gewonnen, genau gab es den zum Spanischen Tourismuspreis für den besten Blogbeitrag 2014, den ich für Travel on Toast geschrieben habe.




Flugzeit mit Baby? Am besten so früh es geht. Wir sind glaub ich so mit einem der ersten Maschinen aus Hamburg losgeflogen, was prima in den Rhythmus gepasst hat, denn Johnny hatte die Angewohnheit zwischen 5 und 6 Uhr aufzuwachen. Eher 5. Von Hamburg ging es nach Frankfurt, da haben wir die Tante aufgesammelt und flogen zusammen weiter nach Bilbao.




Auf dem Flug nach Bilbao hat der feine Herr dann auch gleich schön geratzt. Alles so furchtbar aufregend. Im Arm das Präsent der Lufthansa an Neukunden ;)

Vom Flughafen Bilbao fährt der Bizkaibus 3247 in die Innenstadt. Dauert so ca. ne halbe Stunde. Geht auch mit Kinderwagen. Ich hatte Johnny dabei in der Trage, weil er glotzen wollte.
Unser Hotel Silken Indautxu war prima, super zentral, prima Frühstück und auf Sonderwünsche à la "wir hätten gerne jeder eine Decke" wurde prompt eingegangen, nachdem das mit der Übersetzung klar war ;)

Fällt mir ein, Stichwort Sprache: Richtig gut Englisch konnte in Bilbao kaum wer. Ich weiß, wir wollten für mich eine Wärmflasche organisieren und waren in drei Apotheken und in der dritten hat man endlich verstanden (dank Google Translate, lach) was wir wollen, es gab aber keine. Also, stellt euch darauf ein, das hier nicht alle perfekt Englisch sprechen. Redet Englisch auch geeeeern laaaaangsaam. Ich fand das ja ganz charmant, das "mit Händen und Füßen verständigen" müsst ihr vermutlich auch einsetzen.




Zu der Reise haben wir eine 4-stündige-Stadtführung bekommen. Das war optimal! Ich konnte mich eh nicht vorbereiten (Hallo Schlafmangel!), meine Schwester war auch entspannt und so haben wir auf unseren Guide Alexandra gezählt. Sie hat uns wirklich tolle Orte gezeigt! Nach einer kleinen Kraxelei ging es auf diesen Aussichtspunkt in Bilbao, runter sind wir dann mit einem Fahrstuhl. (ES GAB EINEN FAHRSTUHL?) Ja! Weil der für Touristen etwas schwer zu finden ist, hier Archivbilder der Eingänge...





Links der Eingang zum Fahrstuhl von oben aufm Berg runter, rechts der Eingang von unten, total versteckt, auf dem blauen Schild steht "Ascelerator". Die Fahrt kostet one-way 50 Cent. Wer ein 7-Kilo-Baby in der Ergobaby-Trage hat, macht das gern :D

Da ich nicht mehr weiß, wie es zu dem tollen Aussichtspunkt über Bilbao ging, hier ein mal eine Karte mit dem Geotag des Aussichtsfotos. Wir sind vom Mercado de la Ribera (der Markthalle) gestartet und es war nicht weit, es ist halt bissl steil, aber wenn ich das geschafft hab, schafft ihr das auch ;)




Für Baby-Muttis immer wichtig: Wann gibt's Kaffee und wann gibt's Essen? Alexandra hat uns zu ganz tollen Pinchos-Bars gebracht. Pinchos sind quasi wie Tapas nur mit Zahnstocher drin, Pinchos bedeutet nämlich auch Zahnstocher. Korrekt auf Baskisch heißt es eigentlich Pintxos.



Am Plaza Nueva in Bilbao gibt es einige Möglichkeiten Pinchos zu essen. Hier mein absoluter Favorit: Gure Toki!



Hier ein zahnstocherfreier Pincho, es war Thunfisch mit Zwiebeln und irgendeiner sauleckeren Sauce. Der Wein dazu gehört übrigens nicht mir, ich musste damals ja noch verzichten. Echt tragisch, denn der Wein war laut meiner Schwester richtig richtig gut.




Nun endlich auch die angeprisenen Zahnstocher. Meist steckten die in Fisch. Da gabs bei Gure Toki eine große Auswahl, in Bilbao gibt's natürlich (mit der Nähe zum Meer) viel Fisch, nicht nur bei den Pinchos. Kann ich nur empfehlen.




Auf einem Pincho kann man ja nicht stehen, also gleich noch einen!



Ihm ging's gut, keine Sorge ;)





Zwischendrin mal ein Tipp für "Zwischenfälle". Wer akut das Baby wickeln muss und nicht weiß wo: In diesen Bäckereien/Cafés in Bilbao (es ist eine Kette, sie heißt Bertiz) gibt es auf den Damen-WCs sehr komfortable Wickeltische.

Pinchos, Pinchos everywhere 

 

 

Wer viel läuft und das Baby schleppt, muss auch gut essen, Daher ging es in der Innenstadt gleich noch zu einer Pinchos-Größe: Berton! Wichtige Info: Kinderwagen dürfen hier nicht mit rein.




Uns persönlich ja schnuppe, ich hab ihn die 4-Stunden-Tour im Ergo getragen. Der kleine Mann hielt dann auch gleich ein Nickerchen und ich hatte beide Hände frei zum Essen. Praktisch! 




Meine Pinchos-Auswahl bei Berton.
 



Hättet ihr lieber was anderes? 


Ich hatte sie vorhin schon kurz erwähnt, ganz besonders hat mir die Markthalle in Bilbao gefallen (Mercado de la Ribera). Lebensmittel, frischer Fisch (außer Montags!), Kaffee, Pinchos, Architektur und Mosaikfenster. Für jeden was dabei. Schön anzusehen ist sie sowieso. Von innen UND von außen.







Die Aussenansicht

 

Und Impressionen von Innen



Baby Reise-Learnings aus Bilbao


Nach 4-Stunden-Johnny-Tragen brauchte ich dann eine Pause im Hotel. Es ist natürlich höchst individuell, aber ich hätte den Tag einfach nix mehr machen sollen. Wenn man zu den Schwangerschaftskilos (ich fürchte, damals waren es noch +15) auch noch +7 Babygewicht trägt, dann ist das Hochleistungssport. Da dass die erste Städtereise mit Baby war, musste ich natürlich erstmal die Lernkurve kriegen. Füße hoch und ins Café setzen wäre die richtige Alternative gewesen. (Also den Plan nicht zu voll stopfen, liebe Reise-Muttis)
Babytrage ist meiner Meinung nach das Nonplusultra für eine Städtetour. In Bilbao habe ich den Kinderwagen nicht oft in Gebrauch gehabt.

Mittlerweile würde das mit Johnny (heute 1,5 Jahre) nicht mehr gehen, die 11 Kilo schleppen sich nicht mehr so leicht. Wenn mich daher Leute frage: Soll ich mit Baby einen Städtetrip machen? Sag ich: unbedingt! Je früher, desto besser. Solange sie noch nicht Krabbeln oder gar Laufen, noch viele Nickerchen machen und man (eventuell) noch vollstillt. Nix wie los! Ich fand es irre praktisch, das ich sein Essen quasi immer an Bord hatte. Kein nerviges Brei-Aufgewärme, keine Gläschen-Käufe mit Übersetzungstüdelüd. Alles prima.

Windeln gibt es (überraschenderweise) auch in Spanien, auch wenn ich die Pampers da irgendwie ne Nummer zu klein gekauft habe. Er brauchte damals noch Größe 3 und irgendwie war die spanische Nummer 3 etwas kleiner als die Deutsche. Ich habe sie zubekommen und das Kind bekam Luft, aber ich kaufe nächstes mal lieber eine Nummer größer.

Schöner Kaffeetrinken in Bilbao

Kaffee geht immer. Und in Bilbao auch besonders schön. Meinen Lieblingskaffee haben wir im Café Iruña getrunken. Es ist ein Traditionscafé, was es schon ewig und drei Tage gibt. Ich langweile Euch jetzt nicht mit historischen Details, haha, die müsste ich nur nachrecherchieren. Guckt es Euch an, es ist, Achtung Fremdwort, pittoresk. 






Johnny hat es auch gefallen. Oh, war er da noch klein!


Unsortiert aber sehenswert: Bilbao Impressionen

 

 

Einige fragen sich vielleicht: War die nicht im Guggenheim? Nein! Ich war nicht besonders scharf drauf. Meine Schwester auch nicht. Johnny hätte auch nix anfummeln können, also ... Nö.
Learn from us: Am Montag hat das Guggenheim übrigens auch geschlossen ;)
Daher standen wir am Montag besonders schön davor rum und haben unser Touri-Foto geschossen.
 

 

Gute-Nacht-Geschichte: Unser Hotel, das Silken Indautxu, hat uns auch ein Kinderbett zur Verfügung gestellt, Johnny hat es aber abgelehnt und mit im Bett geschlafen. Das waren übrigens meine Kekse, er hatte zu dem Zeitpunkt nicht mal Zähne.




U-Bahn-Fahren in Bilbao: Mit Kinderwagen kein Problem! Jede Station, die wir angesteuert haben, hatte einen Fahrstuhl und es gab extra Eingänge, so dass man sich nicht durch die Schleusen zwängen musste.


 

Eis geht ja quasi bei jedem Wetter! Wir waren Anfang Oktober in Bilbao und es war eher durchwachsen. An unserem Abreisetag goss es immens, gut, das hatten wir SO nicht gebucht, aber im Norden von Spanien regnet es halt auch mal. Alles in allem war es aber angenehm, da nicht heiß und ich denke, September/Oktober eignen sich prima für einen Trip. Ich fand Bilbao angenehm leer (im Vergleich zum Beispiel mit Barcelona), entspannt und das die Spanier Kinder mögen, ist glaub ich auch kein Geheimnis.

Fliegen mit Baby: Kreisch-Alarm über den Wolken


Mein persönlicher Rückflug-Fail: Ich hab unseren Rückflug aus Bilbao auf 18 Uhr gelegt, ich dachte, das Baby schläft dann eventuell. Hat Johnny dann aber nicht, er ist erst ein bisschen wegen Übermüdung an Bord eskaliert und dann erschöpft eingeschlafen. Dann mussten wir allerdings in Frankfurt umsteigen und über München nach HH weiter. Das ganze Eskalier-Einschlaf-Drama wiederholte sich dann halt noch zwei mal. Wir waren dann auch erst sehr spät zuhause. Da wir das ja nicht täglich machen, war es jetzt nicht fatal, nur für alle Beteiligten unglaublich anstrengend.

Learn from us: Wenn ich das nochmal entscheiden müsste, würde ich den Flug nicht auf die Schlafenszeit am Abend legen, vor allem nicht, wenn man noch umsteigen muss. 


Gute Reise und viel Spaß in Bilbao!

PS: Wer eine nette Stadtführerin braucht, kann mir gerne eine Email schicken, ich habe Alexandra's Telefonnummer.





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